Inhalt:



Der Verein

Die "Interessengemeinschaft Harzer Schmalspur- und Brockenbahn e.V." (IG), so ihr ursprünglicher, bis Mai 1992 lautender Name, wurde im März 1990 von einer Gruppe engagierter junger Eisenbahner der Schmalspurbahnen im Harz gegründet. Unser Verein entwickelte sich aus einer Arbeitsgruppe, die schon zu DDR-Zeiten 1988 zusammenkam. Sie hatte sich zum Ziel gesetzt, den zu dieser Zeit durch die geplante Vollverdieselung der Schmalspurbahnen im Harz (vorgesehen war die Beschaffung von 30 Dieselloks der BR 199.8) zur Disposition gestellten Dampfbetrieb wenigstens durch eine entsprechende Traditionspflege in Erinnerung zu halten. Hierfür wollte die Arbeitsgruppe im Rahmen des damals Möglichen Anregungen und Mithilfe anbieten.

Nach der Grenzöffnung entwickelten sich die Schmalspurbahnen im Harz zu einer bundesweiten Attraktion, da der Harz und die Bahnen nun von Ost und West für ein breites Publikum bequem erreichbar waren. Zusehends wurde auch der Wunsch laut, den Zugverkehr auf der Brockenstrecke wieder aufzunehmen. Diese Forderung wurde von der Arbeitsgruppe aufgegriffen und zu einem der ersten Hauptziele des kurz danach gegründeten Vereins.

Weitere Ziele neben dem Erhalt des Dampfbetriebes und der historischen Fahrzeuge sind Werbung und Öffentlichkeitsarbeit sowie der Einsatz für einen umweltverträglichen Verkehr im gesamten Harz.

So wurde im Jahr 1990 das Gesamtkonzept "Harzverkehr 2000" in Zusammenarbeit mit anderen Interessenverbänden entwickelt und in mehreren Veranstaltungen der Öffentlichkeit präsentiert. Die Forderungen nach Wiederaufnahme des Zugverkehrs auf der Brockenstrecke und zum Bahnlückenschluß im Nordharz zwischen Stapelburg und Vienenburg wurden inzwischen realisiert.

Eine dramatische Wende in der Vereinsarbeit ergab sich im Januar 1991, als erstmals Pläne zur Reprivatisierung der Schmalspurbahnen im Harz bekannt wurden und damit der Erhalt des gesamten Netzes sowie des Dampfbetriebes in Frage gestellt wurden. Durch massiven Protest gelang es der IG, die Öffentlichkeit auf das Problem aufmerksam zu machen und die inzwischen weltweit vorhandenen Freunde der Schmalspurbahnen im Harz zu mobilisieren.

Die IG entwickelte in den folgenden Wochen ein eigenes Betriebskonzept, das nicht nur eine eindeutige Willenserklärung zugunsten des Erhaltes des Gesamtnetzes und des Dampfbetriebes darstellte, sondern auch konkrete Vorschläge zur künftigen Betriebs- und Gesellschaftsform einer privaten Betreibergesellschaft enthielt. Mit diesem Konzept stand die IG im Einklang mit einer breiten Front aus Kommunalpolitikern, von Fremdenverkehrsvereinen, Eisenbahnfreunden bis hin zu Teilen verschiedener Umweltschutzverbände.

Das Konzept wurde im März 1991 den Landesregierungen von Sachsen-Anhalt und Thüringen, den betroffenen Kommunalpolitikern, der Deutschen Reichsbahn und dem Nationalpark "Hochharz" sowie der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Allgemein wurde es sehr positiv bewertet. Viele der darin enthaltenen Vorschläge wurden von den für die Zukunft der Bahnen Verantwortlichen geprüft, bildeten die Diskussionsgrundlage bei den Verhandlungen zur Regionalisierung der Schmalspurbahnen im Harz und wurden später durch die neue Betreibergesellschaft, die
Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB), auch umgesetzt. Auch weiterhin wird die IG alles daran setzen, daß ihre wichtigsten Ziele - Erhalt des Gesamtnetzes und des Dampfbetriebes - realisiert werden.

Neben diesen Aufgaben kommt auch die angenehme Seite der Vereinsarbeit nicht zu kurz. Mehrere Sonderfahrten mit interessanten Lokbespannungen und vielfältigen Programmen wurden und werden für die Mitglieder und Freunde der Schmalspurbahnen im Harz durchgeführt. Da die HSB nur die betriebsnotwendigen Fahrzeuge aus finanziellen Gründen vorhalten kann, wurde bereits 1993 durch unseren Verein eine Dampflokomotive der ehemaligen Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahn AG (NWE), die 1914 für die Heeresfeldbahn gebaute 99 6101 (ex NWE 6), wieder aufgearbeitet. Sie steht nun nach längerer Abstellzeit wieder für Sonderfahrten zur Verfügung. Weiterhin wurden eine Reihe von Wagen inzwischen über eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ebenfalls betriebsfähig aufgearbeitet. Insofern schafft unser Verein damit auch Möglichkeiten, insbesondere für junge Arbeitslose den Weg auf den ersten Arbeitsmarkt zu schaffen bzw. für ältere Arbeitslose die Überbrückung bis zur Rente sicherzustellen. Unsere IG wird sich auch in Zukunft um den Erhalt und die Pflege der historischen Fahrzeuge bemühen, um deren Einsatz in interessanten Sonderzügen zu ermöglichen. Des weiteren wurde eine neue Lok- und Wagenhalle mit Werkstatt für die historisch wertvollen Fahrzeuge unseres Vereins in Nordhausen errichtet. Dieses und noch vieles andere mehr ist natürlich nur durch Spenden, tatkräftige Helfer und die gute Zusammenarbeit mit der HSB möglich.

Ebenso beschäftigen sich unsere Mitglieder mit der Geschichte der Bahnen im Harz und deren Dokumentation in einem zukünftigen Eisenbahnmuseum. Und schließlich erscheint für alle Freunde der Eisenbahnen im Harz auch eine Vereinszeitung, die über alles Wesentliche, was links und rechts der Gleise passiert, berichtet.

Sie sehen, unsere Aktivitäten sind vielfältig. Weitere tatkräftige Helfer sind daher stets willkommen. Auf Sie warten interessante Aufgaben. Aber auch ohne aktive Tätigkeiten können Sie uns unterstützen.

Werden sie Mitglied!

Wenn sie unsere Arbeit zum vollständigen Erhalt der Harzer Schmalspurbahnen unterstützen wollen, werden sie Mitglied in der
Interessengemeinschaft Harzer Schmalspurbahnen e. V.!
Eine Beitrittserklärung können sie sich
hier ausdrucken und einsenden an: Dirk-Uwe Günther, Karl-Liebknecht-Straße 3, 38855 Wernigerode.


Zur Zeit gültige Jahresmitgliederbeitrage (pro Kalenderjahr) - Stand 2016:
Erwachsene 40,00 € jedes weitere Familienmitglied 20,00 €
(z.B.: 1 Erw./ und ein weiteres Familienmitglied = 60,00 €, 1 Erw./ und zwei weitere Familienmitglieder = 80,00 € usw.)
Schüler, Studenten, Rentner, Auszubildende und Arbeitsuchende 20,00 €

Die Vereinszeitung "Harzbahnpost" (erscheint vierteljahrlich) ist im Mitgliedsbeitrag inbegriffen.


Die IG Harzer Schmalspurbahn e.V. ist als gemeinnütziger Verein anerkannt. Spenden sind steuerlich absetzbar.
Spendenbescheinigungen werden auf Wunsch ausgestellt.


Bankverbindungen der IG "Harzer Schmalspurbahnen" e.V.

Postbank Hannover IBAN: DE14 2501 0030 0625 6803 03     BIC: PBNKDEFF
Harzsparkasse IBAN: DE19 8105 2000 0300 0056 10 BIC: NOLADE21HRZ

Achtung! Bei allen Einzahlungen bitte Verwendungszweck (z.B. Spende) angeben!

Kassenwart der IG: Ramona Peters, Braunlager Straße 6, 38875 Elend
Tel. 039455/51280    kassenwart(at)ig-hsb(punkt)de

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10 Jahre IG

Dieser Text und die Bilder erschienen in der Ausgabe 1/2000 der Zeitschrift der Interessengemeinschaft Harzer Schmalspurbahen e. V., daher sind die Fotos soweit mit Namen versehen aus dieser Zeitschrift gescannt.

10 Jahre IG "Harzer Schmalspurbahnen" e.V. - ein Rückblick

von Holger Prochnau

Auch ohne die Möglichkeit, einen "Verein" zu gründen - Eisenbahnfreunde gab es auch schon in der DDR, mancher machte sein "Hobby" zum Beruf Aus einer Gruppe von Eisenbahnern für die ihr Beruf mehr war als "nur ein Job" und weiteren Freunden der Eisenbahn entstand im März 1990 die damalige Interessengemeinschaft "Harzer Schmalspur- und Brockenbahn" e.V..
In den vergangenen 10 Jahren gab es wichtige und weniger wichtige Ereignisse und vor allem eins - viel Arbeit, sowohl in Form von meist unspektakulärer "Schreibtischarbeit" als auch in Form von mehr oder weniger öffentlichkeitswirsamen Arbeitseinsätzen, z.B. bei der Durchführung von Sonderfahrten oder der Pflege von Fahrzeugen. Die folgende Zusammenstellung soll keine vollständige Chronik unseres Vereins sein, sondern an einige - nicht nur unsere IG betreffende - Ereignisse erinnern.


1990

Am 27.03.1990 findet die Gründungsversammlung der IG "Harzer Schmalspur- und Brockenbahn" im Bw Wernigerode Westerntor statt. Die Zahl der Mitglieder steigt von den 39 Gründungsmitgliedern innerhalb weniger Wochen auf über 100. Die wichtigste Aufgabe ist zunächst der "Kampf" für die Wiederaufnahme des Personenverkehrs zum Brocken - im Laufe des Jahres werden dafür fast 27.000 Unterschriften gesammelt und den zuständigen Stellen übergeben. Auch sonst wird jede sich bietende Gelegenheit genutzt, für die "Brockenbahn" zu werben.
In Zusammenarbeit mit dem VBV (Verein Braunschweiger Verkehrsfreunde e.V.) findet am 08.04. die erste Sonderfahrt des Vereins statt. Zum 30.04. wird durch die IG der erste Walpurgiszug (leider nicht zum Brocken wie bis 1939) nach 51 Jahren organisiert.

Foto
Foto (Archiv Harzbahnpost)
Niemand hat gezählt, auf wieviel Sonderfahrten seit dem 08.04.90 wieviel Tausend Fahrgäste betreut wurden,
wieviel Liter Getränke, wieviele belegte Brötchen, Würste usw. verkauft wurden.
Der Spaß kam deshalb trotzdem nicht zu kurz!


Am 09.08.1990 findet ein Arbeitseinsatz statt, bei dem die 22 Teilnehmer die Strecke zwischen Hasserode und Drei Annen Hohne ausästen und Müll entlang der Strecke sammeln.

Gruppenbild
Foto (Sammlung Günther):
Das übliche "Gruppenbild" der Teilnehmer am ersten Arbeitseinsatz unserer IG entstand in Steinerene Renne.


1991

Das Jahr beginnt mit zwei Paukenschlägen - man kann sie auch als Schläge tief in die Magengrube bezeichnen...
Am 12.01. stellte sich en Herr Giesecke als Vertreter eines Konsortiums von ehemaligen NWE-Eignern vor (im Nachhinein stellte sich heraus, dass Herr Giesecke einige wenige, durch die Enteignung völlig wertlose alte NWE-Aktien besaß ...). Seine "Zukunftsperspektive" für die Harzer Schmalspurbahnen sah vor allem auch Folgendes vor:
Der Kampf gegen diese "Perspektive" erforderte in den folgenden Wochen jede freie Minute. Dazu gehörte auch, alle möglichen Entscheidungsträger davon zu überzeugen, dass gerade die Gesamtheit der Harzquer-, Brocken- und Selketalbahn mit traditionellem Dampfbetrieb den Harz in Europa fast einmalig macht. Es ist nicht übertrieben, diese Aktivitäten als einen Grundstein zu nennen, auf dem aufbauend im November 1991 die Gründung der heutigen Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) erfolgte.
Nachdem Herr Giesecke mit seinem Konzept "Übernahme der bestehenden Harzer Schmalspurstrecken" gescheitert war, gründete er die "Elbingernöder Eisenbahn-Gesellschaft" (EEG). Das Ziel war, die Strecke Elbingerode - Drei Annen Hohne (ehemals normalspurige Strecke der Halberstadt -Blankenburger Eisenbahn) in Meterspur aufzubauen und so in Drei Annen Hohne den "Fuß" auf die Brockenstrecke zu bekommen.
Die Ietzte öffentlich bekannte Aktion der EEG datiert auf das Jahr 1995...
Der zweite "Paukenschlag" war das Bekanntwerden eines Lokverkaufs. Ein Mitbegründer der Museumsbahnszene in der BRD mit unschätzbaren Verdiensten beim Erhalt von historischen Eisenbahnmaterial, der Deutsche Eisenbahnverein Bruchhausen-Vilsen e.V. (DEV) hatte schon in den 7Oer Jahren Interesse an einer "Harz-Mallet" bekundet. Eine Anfrage Anfang 1991 bei der Zentrale der Deutschen Reichsbahn (DR) in Berlin brachte die Auskunft: "Kein Problem, die Lok 99 5906 kann sofort verkauft werden...".
Der Abtransport der Lok (Bestandteil des Gesamtdenkmals "Harzer Schmalspurbahnen") konnte verhindert werden. Erst 1995 konnte das Problem zur Zufriedenheit aller Beteiligten gelöst werden. Der DEV erhielt (s)eine Malletlok, fast baugleich mit der 99 5906, die 99 5906 blieb im Harz und wurde betriebsfähig aufgearbeitet.


Foto (HSB GmbH):
Ende gut, alles gut - seit Dezember 1995 dampft die 99 5906 wieder durch den Harz,
hier sogar mit einem Dinosaurier.


Neben Unerfreulichem gibt es natürlich auch Erfreuliches zu berichten. Im Frühjahr 1991 fiel nach längerer Diskussion die Entscheidung "Die Brockenstrecke geht wieder in Betrieb", am 15.09.91 war es dann soweit - die beiden ersten Personenzuge seit über 30 Jahren fuhren zum Brocken!
Nicht nur so mancher Traum ging am 15.09.91 in Erfüllung - dieser Tag mit "Kaiserwetter" entschädigte auch für so manche Anstrengung der letzten Jahre.


Foto (D.-U. Günther):
Die Sonderzüge anläßlich der Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf der Brockenstrecke
wurden durch die beiden ältesten damals betriebsbereiten Lokomotiven
der Harzer Schmalspurbahn (99 5902 und 99 5903) geführt.
Für den festlichen Schmuck sorgte unsere IG.


Zur Walpurgisfeier 1991 fuhr erstmals auch ein IG-Sonderzug von Nordhausen ab. Ein "Sterntreffen" von mehreren Sonderzügen und eine Fahrzeugausstellung in Wernigerode boten viel Interessantes für hunderte Eisenbahnfreunde.

Am 10.11.91 (zweiter Jahrestag der Grenzöffnung im Eckertal) ging es mit der 50 3708 aus Halberstadt zum Gleisende nach Stapelburg, um der Forderung nach dem "Nordharz-Lückenschluß" im Normalspurnetz Nachdruck zu verleihen.


Foto (D.-U. Günther):
Beim Rangieren in Stapelburg wurde "rein zufällig" die schon wenige Wochen
nach der Grenzöffnung wieder hergestellte Straßenverbindung kurzzeitig blockiert.




1992

Auch 1992 begann mit einem eher traurigen Anlaß - Abschiedsfahrt der 99 6101 wegen Ablauf der Kesselfrist! Daß diese Lok nur zwei Jahre später wieder dampfen würde, war damals ein mehr oder weniger belächelter Traum...
Bei einer Studienreise in die Schweiz wurden zwei kleinbauende Luftpumpen entdeckt. Diese waren wie geschaffen für den damals als "technisch nicht möglich" eingestuften (in Wahrheit jedoch von maßgeblicher Stelle der DR nicht gewollten) Umbau von Malletlokomotiven auf Druckluftbremse. Im November 1992 ging die 99 5903 mit Druckluftbremse in Betrieb, die 99 5901 folgte 1993.


Foto (D.-U. Günther):
Vor dem Druckluftumbau konnte die 99 5903 nur zusammen mit einem "Luftspender" im Zugdienst eingesetzt werden,
hier zusammen mit der 99 6001 (NWE 21).


Zum dritten Mal findet am 26.06.92 ein Arbeitseinsatz "Müllsammeln" entlang eines Streckenabschnittes der HSB statt. Wenn auch der "Sammelerfolg" in den letzten Jahren kontinuierlich abnahm (ein Zeichen wachsenden Umweltbewußtseins), so sind in den zurückliegenden Jahren einige Dutzend MülIsäcke per mühsamer Handarbeit gefüllt worden...


Foto (W. Lüllwitz):
Allein beim "Müllsammeln 1995" füllte das Ergebnis die Ladefläche eines Kleinlasters.



1992

Am 1. Februar 1993 erfolgt die Übergabe des Betriebes auf den Harzer Schmalspurbahnen von der DR an die HSB. Die "Entscheidungsträger" sitzen nun nicht mehr weit weg in Berlin, Magdeburg oder Halle, sondern "vor Ort", was die Zusammenarbeit - zumindest anfänglich - jedoch nicht unbedingt in allen Bereichen und auf allen Ebenen erleichterte...
Am 18.03.93 weilte der damalige Bundesverkehrsminister Prof. Dr. Günther Krause (wenige Tage später stolperte er über seine "Putzfrau"...) in Wernigerode. Durch eine kleine Demonstration wurde die Forderung nach dem "Nordharz-Lückenschluß" erneut zum Ausdruck gebracht.


Foto (Archiv Harzbahnpost):
In Erwartung des Bundesverkehrsministers am 18.03.1993.


Am 17.04. wird der Traditionszug der HSB bei einem IG-Arbeitseinsatz optisch "aufgefrischt".


Foto (Archiv Harzbahnpost):
Vor allem die (Holz-) Fensterrahmen des Traditionszuges hatten eine neue Farbe dringend nötig.


Wenige Stunden vor der Jahreshauptversammlung fertiggestellt, erscheint im März erstmalig die "Harzbahnpost". Die erste Ausgabe ließ in der (optischen) Qualität noch stark zu wünschen übrig, das heutige Erscheinungsbild existiert seit Anfang 1994.
Auf der Jahreshauptversammlung wird beschlossen, die Lok 99 6101 in Regie unserer IG wieder betriebsfähig aufzuarbeiten - die entsprechenden Arbeitseinsätze beginnen im Frühsommer 1993.


Foto (A. Cramer):
Stolz stehen die teilnehmer an einem Arbeitseinsatz an der 99 6101 vor ihrem "Werk" - auch wenn
die Lok ohne Wasserkästen und Führerhaus selbst keinen "stolzen" Eindruck macht.


1994

Mitte April führt ein Hochwasser im Harz (besonders im Selketal) nicht nur bei der HSB zu starken Schäden. Durch umfangreiche Unterstützung seitens des Bundes und des Landes Sachsen-Anhalt konnte der Zugbetrieb am 13.05.1994 nur knapp einen Monat wieder aufgenommen werden.


Foto (H. Prochnau):
Zerstörte Gleisanlage in Alexisbad.


Im April wird auf Vorschlag und teilweise durch die Arbeitsleistung unserer IG der Bedarfshaltepunkt "Sophienhof" errichtet.


Foto (Archiv Harzbahnpost):
IG-Mitglieder beim Errichten des Planums für den Bedarfshaltepunkt "Sophienhof".


Im Mai wurden die Arbeiten an der 99 6101 abgeschlossen Die erste Sonderfahrt mit der Lok fand am 14.05.1994 statt. Kaum sind die Arbeiten beendet, "stürzt" sich die Arbeitsgruppe Nordhausen unserer IG auf das nächste Projekt – den Packwagen 904-153.


Foto (C. Roehl):
Sonderzug mit 99 6101 am 14.05.1994 bei Birkenmoor.



Foto (R. Merten):
Der Packwagen 904-153 diente auch als "Abstellschuppen", z.B. für das Schienenmoped.



1995

Nach einem Beschluß auf der Jahreshauptversammlung beginnen die Arbeiten an einer IG - eigenen Fahrzeughalle in Nordhausen.


Foto (R. Merten):
Fast vom gleichen Standpunkt aus entstanden diese Fotos von der IG-Fahrzeughalle in Nordhausen -
einmal im Spätherbst 1995 (oben) und einmal im Spätherbst 1997 (unten).





1996

Mit dem Triebwagen 187 015 erhält der Fahrzeugpark der HSB das erste fabrikneue Fahrzeug seit 40 Jahren.
Zum Fahrplanwechsel 1996 erfüllt sich eine langjährige Forderung nicht nur unserer IG - der "Nordharz-Lückenschluß" zwischen Vienenburg und Stapelburg geht in Betrieb.
Zusammen mit ihrem "Stammpersonal" macht die 99 6101 einen Sommerausflug zur Selfkantbahn bei Aachen. Bei diesem Einsatz im Rahmen des Jubiläums "25 Jahre Selfkantbahn" werden die Kontake zur dortigen IHS (Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr e.V.) weiter vertieft.


Foto (J. Erhardt):
99 6101 in Schierwaldenrath, im Hintergrund die IHS-Lokomotiven "Haspe" und "Regenwalde".



1997

Das Jahr beginnt mit "100 Jahre Malletloks im Harz" einer mehrtägigen Veranstaltung. Die Schwesterlok "unserer" 99 6101 die 99 6102 (betreut durch den "Freundeskreis der Selketalbahn" e.V.), ist ab August 1997 wieder betriebsbereit.
Die 99 6101 macht wieder Sommerurlaub auf einer anderen Schmalspurbahn. Diesmal ist die "Märkische Museumseisenbahn" (MME) im Sauerland das Ziel Anlaß das Jubiläum "15 Jahre MME".


Foto (R. Merten):
Links die 99 6101, rechts die Lok"Bieberlies" der MME.



1998

Was 1996 und 1997 bereits in einer Richtung "klappte" - der Einsatz einer HSB-Lok auf einer anderen Schmalspurbahn - funktionierte Anfang 1998 auch in die andere Richtung. Im Rahmen der Veranstaltung "Mit Volldampf ins neue Jahr" kam die Lok "Hermann" des DEV auf der HSB zum Einsatz.


Foto (W. Störmer):
Am 02.01.98 "drängeln" sich die Dampfloks in Wernigerode -
auf der Schmalspurseite "Hermann" beim Wasserfassen.
Im Hintergrund zwei Neubauloks an der Kohle, rechts und links hinter "Hermann"
die Normalspurlokomotiven 24 083 und 52 8148.


Erstmals seit 1939 fährt ein öffentlicher Walpurgiszug nun auch zum Brocken.


Foto (H.-J. Steimecke):
Der linke Walpurgis-Sonderzug fuhr am 30.04.1998 zum Brocken.



Im Auftrag der HSB werden durch unseren Verein im Frühjahr zwei Malletlokomotiven mit einer neuen schwarz/roten Farbgebung versehen - die 99 5901 nach der Rückkehr von einer Hauptuntersuchung in Meiningen, die nicht betriebsbereite 99 5902 in Vorbereitung einer Werbetour durch Berlin und mehrere Großstädte Nord- und Westdeutschlands.


Foto (Foto u. Pressedienst Ostharz):
Die Vorbereitung und die eigentliche Farbgebung der 99 5901 nahm mehrere Tage in Anspruch.
Nachdem die Lok fast 25 Jahre ein "grünes" Kleid trug (Farbgebung als
"NWE 11" seit der 75-Jahr-Feier der Harzquer- und Brockenbahn), fährt die Lok jetzt mit der Farbgebung
und Beschriftung der DR bis Ende der 60er Jahre.


Foto (H. Prochnau):
Die optische mustergültig aufgearbeitete 99 5902 diente während der "HSB on tour"
unter anderem als Hintergrund für eine Dessous-Show



In Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt Halberstadt, dem VHS-Bildungswerk Blankenburg und nicht zuletzt der HSB wird eine AB-Maßnahme organisiert, deren Inhalt die Aufarbeitung von historisch wertvollen Fahrzeugen ist.


Foto (A. Krause):
Dier Rahmen des NWE 810 nach dem Entrosten und während der Farbgebung.




1999

Das Jahr 1999 steht ganz im Zeichen von "100 Jahre Harzquer- und Brockenbahn". Unsere IG hat es übernommen, einen großen Teil der Jubiläumsveranstaltungen in eigener Verantwortung zu organisieren.
Eine Zusammenfassung der JubiIäumsveranstaItungen ist in der letzten Ausgabe (4/99) der "Harzbahnpost" veröffentlicht worden, deshalb hier nur einige Bilder zur "Erinnerung".


Foto (W. Störmer):
Die Fahrgäste der nachgestellten Eröffnungsfahrt am 27.03.1999 wurden alle in historische Kostüme gesteckt,
hier bei einem Zwischenhalt in Drei Annen Hohne.




Foto (S. Schmankowitz):
Über das Osterwochenende (02. - 05.04.1999) fanden eine Vielzahl von Sonderfahrten statt,
hier ein Güterzug auf der Strecke nach Stiege.


Ein besonderer Höhepunkt im Herbst 1999 war der Einsatz von drei Gastlokomotiven, hier die "Gäste".


Foto (M.Rehberg):
Lok "Spreewald" des DEV Bruchhausen-Vilsen zusammen mit 99 5901 vor dem Traditionszug.



Foto (R. Mennicken):
Lok 5c ("Regenwalde") der IHS mit 99 6101 und 99 6001 auf dem Weg zum Brocken



Foto (A. Krause):
Lok 105 der Museumsbahn Blonay - Chamby aus der Schweiz neben ihrer "Schwesterlok" 99 5906.


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Die Harzer Schmalspurbahnen

Der Harz
Steile Berge, wildromantische Schluchten, blühende Wiesen und grüne Wälder, prächtige Fachwerkstädte und beeindruckende Zeugnisse der Bergbaugeschichte.
Sie alle werden verbunden durch das stählerne Band der Schmalspurbahnen im Harz, das sich in einer einmaligen Einbindung in die Natur durch die Harzer Landschaft schlängelt.

Die nachfolgenden Karten lassen sich per Mauslick in einem neuen Fenster öffen, sie finden dann die Strecke mit allen Bahnhöfen und Haltepunkte und vielen ehmaligen Anschlüssen usw., sowie der Standort der WebCams der HSB

Die Harzquer-und Brockenbahn


HSB - Harzquer und Brockenbahn auf einer größeren Karte anzeigen.

Die Selketalbahn


HSB - Selketalbahn auf einer größeren Karte anzeigen.

Auf OpenRailwayMap finden sie alle Eisenbahnstrecken im Harz inclusive der stillgelegten Strecken.

Die Schmalspurbahnen
Die Schmalspurbahnen im Harz - ob von Nordhausen nach Wernigerode oder durch das Selketal nach Gernrode, ob auf den Brocken oder in die kleinen romantischen Harzorte - Deutschlands größtes zusammenhängendes Schmalspurnetz mit einer Gesamtlänge von mehr als 130 km berührt die schönsten Winkel des Harzes. Ein großer Teil der Personenzüge werden von starken Dampflokomotiven gezogen und verkehren täglich nach einem festen Fahrplan. In Tagesrandlagen und zu Schwachlastzeiten sowie zwischen Nordhausen Nord und Ilfeld verkehren zusätzlich Triebwagen.

Ob Sie von der Faszination der "lebendigen" Technik Dampflok gefesselt sind, eine ruhige Reise erleben oder einmalige Ausblicke genießen wollen, die das Auto nicht bieten kann, ein Besuch der Schmalspurbahnen im Harz lohnt sich immer. Die Bahnbediensteten, die in besonderer Beziehung zu "ihrer" Bahn stehen, die "schwarzen Männer" auf der Dampflok, denen die Urwüchsigkeit dieser Technik den schweren Dienst vergessen macht und die freundlichen Zugbegleiter(innen) in blauer Uniform heißen Sie herzlich willkommen.
Die Geschichte
StreckenplanDie Schmalspurbahnen im Harz entstanden Ende des vorletzten Jahrhunderts, um den Anschluß dieser Region mit ihren Bodenschätzen, Holzvorkommen und ihrer Kleinindustrie an das wirtschaftlich aufstrebende Deutschland herzustellen und den beginnenden Fremdenverkehr zu fördern.

Ursprünglich waren es drei Gesellschaften, die den Harz auf schmaler Spur erschlossen. 1886 wurde die Gernrode-Harzgeroder Eisenbahn AG (GHE) gegründet. 1896 folgte die Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahn AG (NWE) und als letzte kam 1897 die Südharzeisenbahn (SHE) von Walkenried nach Braunlage hinzu. Alle Bahnen waren miteinander verbunden und bildeten so ein großes Netz.

Politische Ereignisse und wirtschaftliche Entwicklungen bestimmten das Schicksal der Bahnen.

Positive Tendenzen, wie der stärker werdende Tourismus, wurden immer wieder durch Weltkriege, Wirtschaftskrisen und deren Folgen unterbrochen. Hinzu kam der gestiegene Kraftverkehr.

1946 wurde die GHE als Reparationsleistung vollständig demontiert und in den Jahren danach mühevoll wieder aufgebaut. Die Südharzbahn war durch die Zonengrenzziehung vom restlichen Netz abgetrennt und wurde 1963 stillgelegt. Der Betrieb der anderen beiden Bahnen wurde 1949 von der Deutschen Reichsbahn übernommen.

Bis 1961 verkehrten Personenzüge auf der Brockenstrecke. Danach wurde der Brocken zum Sperrgebiet. Nach umfassenden Baumaßnahmen im Jahre 1991 wurde der Betrieb auf der Brockenstrecke am 1. Juli 1992 wieder mit einem regelmäßigen Reisezugverkehr aufgenommen.

Seit 1972 stehen die Schmalspurbahnen im Harz unter Denkmalschutz.

StreckenplanAm 1. Februar 1993 wurden die Schmalspurbahnen im Harz durch eine kommunale Betreibergesellschaft, die Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB), übernommen. Die Gesellschaft wird getragen von 20 Gesellschaftern (den Landkreisen Nordhausen, Quedlinburg und Wernigerode sowie den Kommunen an der Strecke, der Stadt Quedlinburg, der Gemeinde Tanne und der Kurbetriebsgesellschaft Braunlage). Die HSB konnte ihre Zielsetzung, den Erhalt des gesamten Streckennetzes der Schmalspurbahnen im Harz als Touristenattraktion, technisches Denkmal, Nahverkehrsmittel sowie Transportmöglichkeit für den Güterverkehr bisher umsetzen. Dies ist allerdings nur mit finanzieller Unterstützung der Gesellschafter sowie insbesondere der Länder Sachsen-Anhalt und Thüringen möglich. Dazu tragen aber auch die jährlich mehr als 1,1 Mio. Fahrgäste bei, die ihren Fahrpreis entrichten. Insoweit, liebe Eisenbahnfreunde, nutzen Sie die Gelegenheit zu einer Fahrt mit den Schmalspurbahnen im Harz!



Die Technik
Die schwierigen Geländeverhältnisse erzwangen bei den vorhandenen Finanzen den Bau der Strecken in einer Spurweite von 1000 mm (Regelspur: 1435 mm). Unter Verzicht auf aufwendige Brücken- und Tunnelbauwerke entstand eine Bahntrasse mit engen Bögen (Minimalradius: 60 m) und starken Steigungen (max. 1:25). Allein zwischen Steinerne Renne und Drei Annen Hohne gibt es 72 Bögen! Hier liegt auch der einzige Tunnel mit 70 m Länge.

An Betriebsmitteln für den Personenverkehr stehen u.a. 17 Dampfloks aus den 50er Jahren zur Verfügung. Mit fünf Kuppelachsen und 700 PS ausgestattet, sind sie die stärksten Schmalspurdampfloks Europas.

Für den Güterverkehr wurden Ende der 80er Jahre zehn aus Regelspurlokomotiven umgebaute Dieselloks beschafft, von denen heute noch sechs vorhanden sind. Für den Berufs-, Schüler- und Regionalverkehr im Raum Nordhausen sowie für Schwachlastzeiten auf den übrigen Streckenabschnitten wurden in den 90er Jahren insgesamt acht Triebwagen (fünf neu und drei gebraucht) beschafft.

Weiterhin existieren noch acht historische Dampfloks, darunter drei, die zur Erstausstattung der Bahn gehören, sowie zwei historische Triebwagen. Sie können für Sonderfahrten gemietet werden.

Verkehrskarte
Streckenplan von 1905
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Profil der Harzquer und Brocken Bahn

Profil der Selketalbahn
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Die Harzer Schmalspurbahnen - Rückblick in Zehn-Jahres Schritten

von Jürgen Steimecke

1867 15.03.1867    Durch den Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten "von Itzenplitz" werden dem "Comite´ zur Errichtung einer Eisenbahn zwischen Nordhausen und Wernigerode" erste Vorarbeiten zur Errichtung einer Eisenbahn nebst Anschluss an die Halberstadt-Vienenburger Eisenbahn gestattet.

1887 Die Gernrode-Harzgeroder Eisenbahngesellschaft (GHE) erhält ihre ersten drei Lokomotiven der Bauart Cn2t. Die Lokomotiven werden unter den Namen "Selke", "Gernrode" und "Harzgerode" in Betrieb genommen.
14.03.1887    Nachdem sich am 10.05.1886 die Bahngesellschaft unter den Namen "Gernrode-Harzgeroder Eisenbahngesellschaft" (GHE) gegründet hat, wurde am 14.03.1887 die Konzession zum Betrieb der GHE veröffentlicht. Da die GHE im ehemaligen Staat Anhalt angelegt wurde, wird sie als Nebenbahn und nicht als Kleinbahn, wie in Preußen üblich, betrieben.
07.08.1887    Am Sonntag, dem 07.08.1887, morgens, verkehrt erstmalig nach nur zehn-monatiger Bauzeit auf dem neueröffneten Streckenabschnitt Gernrode-Mägdesprung der erste offizielle Personenzug mit geladenen Gästen. Die Streckeneröffnung fand unter reger Teilnahme der Bevölkerung statt. Erst ein Jahr später, am 01.07.1888, wird der namensgebene Endbahnhof Harzgerode für den öffentlichen Eisenbahnverkehr freigegeben.

1897 11.02.1897    Der Eisenbahnbetrieb auf der neu zu errichtenden Nordhausen-Wernigeroder Eisen-bahn (NWE) wird der Erbauerin der Eisenbahnbau- und Betriebsgesellschaft durch Vertrag auf zehn Jahre (bis 31.03.1909) verpachtet.
28.05.1897    Die erste Malletlokomotive wurde von der Lokomotivfabrik Jung in Jungenthal bei Kirchen/Sieg mit der Fabr.Nr. 258 an die NWE ausgeliefert. Die NWE reihte sie als Lok 11 (heute 99 5901) in ihr entstehendes Nummernschema ein. Noch im gleichen Jahr folgten am 06.09.1897 die Jung-Lokomotiven NWE 12 bis 14. Durch die Güstrower Lokomotivfabrik wurden noch im selben Jahr die Malletlokomotiven NWE 15, 16 und 17 geliefert. Am Freitag, dem 25. Juni 1897, erscheint in der Wernigeröder Zeitung und Intelligenzblatt der erste Abdruck eines Sommerfahrplanes für die Strecke Nordhausen - Netzkater.
23.06.1897    Die Eisenbahnbrücke am Westerntor in Wernigerode wird fertiggestellt. Weitere wichtige Baumaßnahmen, wie z.B. die Fertigstellung des Güterbahnhofes mit Güterschuppen (am heutigen Bahnhof Westerntor) werden ebenfalls beendet.
12.07.1897    Die NWE eröffnet ihren ersten Streckenabschnitt zwischen Nordhausen - Ilfeld für den Personenverkehr. Im laufenden Jahr wird auch der Bau des Bahnhofs abgeschlossen. Der Güterverkehr wird am 07.02.1898 aufgenommen.
03.08.1897    Das Bahnhofsgebäude der Station Signalfichte (heute Drei Annen Hohne) wurde fertig gestellt und seiner zukünftigen Bestimmung übergeben.
Im gleichen Jahr wurden die Baumaßnahmen am 60 Meter langen Tunnel, welcher durch den großen Thumkuhlenkopf bergmännisch getrieben wurde, beendet.

1907 Die Gernrode-Harzgeroder Eisenbahngesellschaft (GHE) erhält ihre ersten drei Lokomotiven der Bauart Cn2t. Die Lokomotiven werden unter den Namen "Selke", "Gernrode" und "Harzgerode" in Betrieb genommen.
14.03.1887    Nachdem sich am 10.05.1886 die Bahngesellschaft unter den Namen "Gernrode-Harzgeroder Eisenbahngesellschaft" (GHE) gegründet hat, wurde am 14.03.1887 die Kon-zession zum Betrieb der GHE veröffentlicht. Da die GHE im ehemaligen Staat Anhalt angelegt wurde, wird sie als Nebenbahn und nicht als Kleinbahn, wie in Preußen üblich, betrieben.
07.08.1887    Am Sonntag, dem 07.08.1887, morgens, verkehrt erstmalig nach nur zehn-monatiger Bauzeit auf dem neueröffneten Streckenabschnitt Gernrode-Mägdesprung der erste offizielle Personenzug mit geladenen Gästen. Die Streckeneröffnung fand unter reger Teilnahme der Bevölkerung statt. Erst ein Jahr später, am 01.07.1888, wird der namengebene Endbahnhof Harzgerode für den öffentlichen Eisenbahnverkehr freigegeben.

1917 Die von der Lokomotivbau Firma Henschel 1915 gelieferten 1´D1´-Maschinen, Fab.Nr. 13569 und 13570 (NWE 41 + 42) werden an die Lübeck-Büchener Eisenbahn verkauft.
08. + 09.06.1917    Der für die Kriegsindustrie wichtige Gleisanschluss Sorge-Voigtsfelde wird an das Streckennetz der NWE angeschlossen und zum 11. des Monats in Betrieb genommen. 02.10.1917    Im Anschlussgleis Sorge-Voigtsfelde, direkt dem (alten) Bahnhof` Sorge gegenüber, entgleist beim Rangieren der Güterzug 157, bespannt mit der Heeresfeldbahn-Malletlokomotive H.K.19. Die meterspurigen H.K.-Lokomotiven, ähnlich der NWE 31 + 32, werden auf dem Streckennetz der NWE eingefahren und erprobt.

1927 Die Fürst-Stolberg-Hütte aus Ilsenburg erprobt eine kleine Diesellokomotive auf der NWE.
06.07.1927    Der schwerste Unfall in der Geschichte der Harzquerbahn ereignet sich gegen 15.00 Uhr: Infolge starken Regens wird der Bahndamm an der Thumkuhlental-Brücke unterspült. Der Personenzug 105, bespannt mit der Malletlok NWE 12 sowie vier Personenwagen und einem Packwagen verunglückten. Die Lokomotive, der Packwagen sowie zwei Personenwagen stürzten ab, sechs Menschen sterben. Die Fahrzeuge werden an Ort und Stelle verschrottet Eine öffentliche Trauerfeier zum Gedenken an die Opfer des Eisenbahnunglückes findet am 09.07.1927 auf dem Marktplatz in Wernigerode statt. 09.10.1927    Erster Postflug zum Brocken. Weiterhin erscheint im Laufe des Jahres eine Denkschrift (Machbarkeitsstudie) zur Elektrifizierung der NWE mit ihrer Brockenstrecke.
Die zweite Umnummerierung des Fahrzeugbestandes wird durch die NWE durchgeführt.
Leihweise kommt die SHE-Lok 51 auf dem Streckennetz der NWE zum Einsatz.

1927 Die Fürst-Stolberg-Hütte aus Ilsenburg erprobt eine kleine Diesellokomotive auf der NWE.
06.07.1927    Der schwerste Unfall in der Geschichte der Harzquerbahn ereignet sich gegen 15.00 Uhr: Infolge starken Regens wird der Bahndamm an der Thumkuhlental-Brücke unterspült. Der Personenzug 105, bespannt mit der Malletlok NWE 12 sowie vier Personenwagen und einem Packwagen verunglückten. Die Lokomotive, der Packwagen sowie zwei Personenwagen stürzten ab, sechs Menschen sterben. Die Fahrzeuge werden an Ort und Stelle verschrottet Eine öffentliche Trauerfeier zum Gedenken an die Opfer des Eisenbahnunglückes findet am 09.07.1927 auf dem Marktplatz in Wernigerode statt. 09.10.1927    Erster Postflug zum Brocken. Weiterhin erscheint im Laufe des Jahres eine Denkschrift (Machbarkeitsstudie) zur Elektrifizierung der NWE mit ihrer Brockenstrecke.
Die zweite Umnummerierung des Fahrzeugbestandes wird durch die NWE durchgeführt.
Leihweise kommt die SHE-Lok 51 auf dem Streckennetz der NWE zum Einsatz.


Foto Sammlung Schweitzer
1937 Im Oberharz wird das Brockengebiet mit Brocken, Wurmberg, Achtermann sowie dem Höhenzug Acker zum Naturschutzgebiet mit Urwaldcharakter erklärt. Somit würde das Harzer Naturschutzgebiet, heute Nationalpark Harz, 70 Jahre bestehen.

1947 Das 2,5 km lange Anschlussgleis von Harzungen (ehemals KZ-Außenstelle) zum Bahnhof Niedersachswerfen Ost wird zurückgebaut.
Beginn des Wiederaufbaues der Selketalbahn, die NWE stellt hierfür die Lok Nr. 3 zu Verfügung. 27.04.1947    Die amerikanischen Truppen ziehen ab und verlassen das Brockengebiet - der Brocken sowie weite Teile des Harzes werden für die nächsten 47 Jahre (bis 30.03.1994) durch russische Truppen besetzt.
In Absprache mit den sowjetischen und britischen Militärbehörden kommt es auf der Südharzeisenbahn (SHE), zwischen Tanne/Sorge und Brunnenbachsmühle, zur ersten und letzten Fahrt nach Kriegsende.

1957 Durch die Anlieferung der Neubaulokomotiven werden die Lokbehandlungsanlagen im Bahnhof Wernigerode Westerntor (am sogenannten Langschuppen) zu klein. Daher wird im Laufe des Jahres verstärkt mit der Umspurung der normalspurigen Lokbehandlungsanlagen im Bahnhof Wernigerode begonnen, welche dann im folgenden Jahr abgeschlossen werden kann.
14.02.1957    Die Neubaulokomotive 99 244 wird nach erfolgter Probefahrt zwischen Wernigerode und Drei Annen Hohne durch die Deutsche Reichsbahn in Wernigerode abgenommen. Am 12. und 16. 04.1957 erfolgt die Auslieferung der Neubaulokomotiven 99 247 und 99 246. Weiterhin werden von der stillgelegten Spremberger Stadtbahn die zweiachsigen Lokomotiven 99 5001 und 99 5201 nach Wernigerode umgesetzt.


Foto (Sammlung Dickhut): Lok 99 5201 im Bereich der Fahrzeugwerkstatt am Bahnhof Wernigerode Westerntor.
1967 28.02.1967    Das Ministerium für Verkehrswesen der DDR erklärt die Harzquer- und Brocken-bahn mit dem Streckenabschnitt Eisfelder Talmühle - Hasselfelde zum technischen Denkmal.
Im Laufe des Jahres werden folgende Stationen aufgegeben sowie deren Bedienung eingestellt:
Der Haltepunkt Tiefenbachmühle wird nicht mehr bedient, die Holzverladestelle Kälberbruch wird ebenfalls geschlossen. Der Anschluss Krieger (Steinbruch) zwischen Netzkater und Eisfelder Talmühle wird zurückgebaut.
Die Einfahrsignale u. Spannwerke des Bahnhofs Niedersachswerfen Ost werden zurückgebaut.
Im Laufe des Jahres 1967 wird die älteste Dampflok des Harzes, die 99 5811 (ex. GHE-Lok "Gernrode") im Ausbesserungswerk Görlitz verschrottet.

1977 10.03.1977    Nachdem die Zugbremse nicht ordnungsgemäß angeschlossen wurde, verun-glückt die Lok 99 5901 bei Harzgerode und stürzt mit einem Güterzug die Böschung hinunter.
13.03.1977    Infolge eines doppelten Schienenbruches kommt es in der Nähe des Haltepunktes Tiefenbachmühle zu einem Unfall. Die Lokomotive 99 7245 sowie einige Wagen des Personenzuges P 14408 entgleisen und stürzen den Berghang hinunter.
22.04.1977    In einem Sondereinsatz der Zivilverteidigung wird das Stellwerksgebäude der ehemaligen Blockstelle "Drängetal" bis auf die Fundamente abgerissen.
13.07.1977    Der Gleisanschluss zum Steinbruch Knaupsholz wird aufgehoben.
Im Jahr 1977 wurden folgende Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt:
Der Bahnhof Steinerne Renne wird vom 14.03. bis 06.05.1977 auf Rückfallweichen umgestellt.
In Vorbereitung zur Einführung des Funkleitbetriebes werden Funkmessungen durchgeführt.

1987 01.01.1987    Durch einen Orkan, welcher in der Nacht vom 01. zum 02.01.1987 tobte, wird der Eisenbahnbetrieb auf dem Streckennetz der Harzquerbahn bis zum 06.01.1987 stark beeinträchtigt. Hunderte von Bäumen behindern zwischen Ilfeld - Eisfelder Talmühle - Bennecken-stein bzw. Stiege den Eisenbahnbetrieb. 07.08.1987    Durch das große Engagement aller beteiligten Eisenbahnerinnen und Eisen-bahner, durch die große Unterstützung der Eisenbahnfreunde, welche im Deutschen Modelleisenbahnverband (DMV) organisiert waren, und auch mit Unterstützung kommunaler Behörden kann die 100-Jahrfeier der Selketalbahn in einem feierlichen Rahmen in Gernrode stattfinden.
04.09.1987    In Erfurt findet der internationale MOROP-Kongreß statt. Dazu verkehren auf der Strecke Nordhausen - Wernigerode extra eingelegte Sonderzüge. Die Malletlok 99 5904 verkehrt mit einem Schmalspurgüterzug, die Lokomotiven 99 162 und 99 6102 werden im Bf Benneckenstein ausgestellt. Oktober 1987    Auf dem Streckenabschnitt Schierke - Brocken wird der Bedarfsgüterverkehr aufgrund der schlechten Gleislage unterbrochen. Die bisher gefahrenen Güterzüge, welche Baustoffe und Betonteile für die Grenztruppen der DDR, Kohle für die Russen sowie Heizöl für die Sendeanlagen des Fernsehfunks transportieren, verkehren mit dem Saisonabschluss 1987 nicht mehr. Die Brockenstrecke gilt nicht als stillgelegt, sondern aufgrund der schlechten Gleislage als nicht befahrbar.

1997 01.01.1997    Die HSB präsentiert sich im Internet mit einer eigenen Web-Seite. 05.02.1997    Das Eisenbahnmuseum Benneckenstein e.V. wird unter dem langjährigen Leiter des Bahnhofs, Axel Busse, gegründet. Am 05.07.1997 öffnen sich erstmals die Türen zum ersten Bahnhofsmuseum der Harzquer- und Brockenbahn.
22.05.1997    Der Aufsichtsrat beschließt, die Stelle des Geschäftsführers der HSB neu zu besetzen. Die Aufgaben des Geschäftsführers der HSB werden Matthias Wagener (ehemals Justiziar der Kreisverwaltung Wernigerode) übertragen.
12.07.1997    In den Fahrkartenausgaben der Harzer Schmalspurbahnen vollzieht sich ein grundlegender Wandel. Es wird der elektronische Fahrkartenverkauf eingeführt.
17.11.1997    Die HSB beschließt, für den Güterverkehr neue Rollböcke, System "Vevey", zu beschaffen. Damit eröffnen sich im Güterverkehr neue Möglichkeiten. Die Rollböcke sind luftgebremst und können für nahezu alle Wagengattungen genutzt werden.
31.12.1997    Erstmals in der Geschichte der Brockenbahn fährt ein Zug mit 80 geladenen Gästen zur Silvesterfeier auf den Brocken.

2007 Jeder Leser kann in der aktuellen und in den letzten Ausgaben der "Harzbahnpost" nachlesen!


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